Siebentausend Jahre heiliger Rauch
Bevor es ein Produkt war, war Räucherwerk ein diplomatisches Gut. Bereits in der sumerischen Antike (4000 v. Chr.) erwähnen Keilschrifttafeln in den Tempeln verbrannte Opfergaben. Das Alte Ägypten macht daraus eine rituelle Säule: Das Kyphi, aus sechzehn Zutaten zusammengesetzt, wird in den Tempeln bei Sonnenuntergang verbrannt, und Räucherwerk begleitet die Totenreise der Pharaonen.
Vom 10. Jahrhundert v. Chr. bis zum 3. Jahrhundert verband die Weihrauchstraße das Glückliche Arabien über fast 2 000 Kilometer mit dem Mittelmeer. Weihrauch (Olibanum) und Myrrhe aus Oman, dem Jemen und dem Hadramaut durchquerten Karawanen, Oasen und Etappenstädte – Petra, Avdat, Gaza. Dieser Handel war so bedeutend, dass die UNESCO das Land des Weihrauchs (Stätten im Oman) im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe erklärte – ein wichtiges Zeugnis der antiken Wirtschaft.
In Griechenland und dann in Rom angekommen, wird Räucherwerk zu einem Attribut der Götter – thus auf Latein – bevor es in die christlichen Liturgien Einzug hält, die es bis heute bewahren. Weiterführend siehe die historische Übersicht auf Wikipedia.



